Zentrum des Lichts

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 [Nachtelf] Rhada Wellentänzer

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Rawiya
Gardienne du château
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Ort : Karlsruhe

Charakter der Figur
Charakterbeschreibung: Priesterin des Lichts, Ordensritterin

BeitragThema: [Nachtelf] Rhada Wellentänzer   Fr Jul 11, 2008 3:43 am

~Vor sehr...sehr langer Zeit~
~Ort: Kalimdor, Suramar~

Vor den weinroten Blättern, die scheinbar ununterbrochen von den Bäumen des naheliegenden Waldes fallen, wird das ozeanblaue Haar der am Boden knienden Gestalt besonders hervorgehoben. Lang und verspielt, offen mit nur ein paar geflochtenen Strähnen fallen sie der Frau über die Schultern. Sie reichen knapp bis zur Hüfte, und flattern im Wind, so dass es den Anschein erweckt, sie hätten ein Eigenleben entwickelt. Der Körper ist in einen langen, saphirblauen Rock und eine dunkelgrüne Tunika gehüllt, die Stoffe scheinen wertvoll und zugleich schlicht zu sein. Ein ledener Gürtel hängt locker um die schlanken Hüften, eine kleine Tasche, ebenfalls aus Leder baumelt an diesem herab. Ein schwerer, voller Geruch dringt aus diesem hervor...nach Heu riecht es, und wilden Feldblumen. Auf beiden Knien, die Hände flach auf den Boden gedrückt, und das Gesicht gen Boden gewendet...wartet sie. Leise, kaum verständliche Worte verlassen ihre Lippen.
Am Waldrand steht eine weitere Gestalt. Von ähnlich schlanker Gestalt und der gleichen Haarfarbe ist diese, und man erkennt die verwandschaftliche Beziehung der beiden augenblicklich. Er beobachtet sie aus seinen katzenartigen, leuchtend goldenen Augen. Forschend ist sein Blick, aber auch neugierig, interessiert. Dennoch bleibt er ruhig stehen. Beide Gestalten bleiben regungslos, genauso regungslos wie die Natur um die beiden herum. Sogar das Reh, welches sich zögernd der knienden Gestalt genähert hat, bleibt wie erstarrt stehen, den Kopf gehoben, die Augen geweitet. Nur die Blätter, welche sich langsam, fast behutsam von den Ästen der Bäume lösen, gleiten langsam und lautlos zu Boden.
Ohne den Kopf zu wenden fängt sie zu sprechen an, die Worte sind gerade laut genug, damit er sie hören kann. "Jarod Schattensang, hast du mit ihm geredet? Und mit Maiev?" Er schüttelt den Kopf. "Nein. Noch nicht. Es ist kaum möglich, ihn allein anzutreffen. Es tut mir leid, Schwester. Du wirst noch warten müssen. Wir...Wir werden warten müssen." Sie antwortet nicht, sondern beugt sich vor, und malt mit einem Finger ein paar Runen in die feuchte Erde auf dem Boden vor sich. "Es kommt alles wie es muss, Landru. Alles...wie es kommen muss. Kein Grund zur Eile."



~ Vor zwei Menschenjahren~
~ Ort: Kalimdor, Festung Feathermoon

Shandris Mondfeder läuft vor einer Gruppe Nachtelfen auf und ab. Die Gruppe gut gerüster Späher und Schildwachen kniet vor ihr. Die Schildwachen sind in einheitliche, silberne Rüstungen gekleidet und tragen das Wappen der Festung. Die Später tragen schwarz eingefärbtes und mit elfischen Schriftzeichen verziertes Leder. Ein einzelner nachtschwarzer Panther von ungewöhnlich großer Gestalt kauert sich neben einen der Späher, streckt sich, bleckt die Zähne. Ab und an gibt er ein leises Knurren von sich, nur so laut allerdings, dass es die Konversation der Kaldorei nicht stört. „Carithion...ruhig.“, murmelt der Späher, und schenkt Shandris sofort wieder seine volle Aufmerksamkeit. Die Schildwache hinter ihm hält sich äußerst gerade, und sieht ebenfalls zu der Anführerin hin. Ihre Gestalt ist auffallend kleiner als die anderen, auch scheint sie bei weitem nicht deren Kraft und Ausdauer zu besitzen. Das lange und sehr dichte, ozeanblaue Haar hängt an ihren Schultern herunter, der große silberne Stirnreif bedeckt ihre Wangen, Nase und Stirn.
Nun...ihr wisst, was zu tun ist. Meine treuen Gefährten...seit einer Zeit, die in Jahren zu bemessen kaum einer von uns mehr vermag. Tut das, was ihr geschworen habt, schützt euer Land und eure Familien. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie die Festung erreichen. Komme was wolle..die Festung muss bestehen bleiben.“ Langsam an den knienden Gestalten vorbeigehend, sieht Shandris jedem der Späher und Kämpfer einen Moment lang tief in die Augen. Erst als sie sich überzeugt hat, dass alle bereit für die bevorstehende Aufgabe sind, gibt sie das Zeichen. Kein Wort dringt über ihre Lippen, nur ein ein leichter Wink mit der Hand – die Schildwachen erheben sich gleichzeitig, teilen sich unaufgefordert in verschiedene Gruppen auf und halten beide Hände an den schwingenförmigen Schwertern, die alle mit denselben elfischen Schriftzeichen verziert sind, wie die Rüstungen.
Schritt für Schritt, bewegen sich die Wachen auf den Wald zu. Die Wache mit dem auffallend blauen Haar wendet sich kurz gen der Späher um, die nun ihre Bögen bereithalten und sich ebenfalls in kleinere Gruppen aufteilen. Nur für eine Sekunde streift ihr Blick den ihres Bruders, dann wendet sie wieder den Kopf und folgt den anderen Wachen in den Wald. Trotz der Rüstung ist ihr Gang sehr leichtfüßig, kaum bewegt sich das Gras unter ihren Füßen, als sie zusammen mit zwei anderen hinter einer großen, dichten Tanne im Dunkel des Waldes verschwindet.



~Shandris Mondfeder, General der Schildwachenarmee~

Nun komm, es ist nicht mehr weit. Wir schaffen das, ich lasse dich hier nicht zurück.“ Die Stimme der Schildwache klang ernst. Die Wangen blutbeschmiert, die blauen Haare wehten im Wind, die ehemals silbern schimmernde Rüstung war nun matt und verstaubt, und auch dorthin hatte das Blut, welches aber wohl nicht von ihr stammte, seine Spuren hinterlassen, kniete die Wache vor ihrer Gefährtin, die am Boden lag und sich vor Schmerzen wandt. Seit Tagen waren sie nun unterwegs gewesen, hatten das gesamte ihnen zugeteilte Gebiet abgesucht, bis sie schließlich auf eine Truppe marodierender untoter Kreaturen getroffen waren. Sie hatte in den letzten Wochen bereits mehrere dieser verwahrlosten und seelenlosen Wesen getroffen und war auf deren Anblick vorbereitet – nicht aber darauf, dass diese nun auch noch lebendige Wesen gefangennahmen und diese für sich kämpfen ließen. Sie und Araynsai Klingenlied hatten sich im Dickicht versteckt gehalten, und hatten die Gruppe von zehn Seelenlosen beobachtet. Wie Tiere hatten diese ein paar Trolle, zwei weiblichen und einen männlichen, vor sich hingetrieben. Kaum bekleidet, ausgezehrt und halb verdurstet folgten diese den Wesen, die teils nur noch aus einem zerrütteten Skelett und vefaultem Fleisch bestanden. Trolle...ihre damaligen Erzfeinde. Und sogar mit diesen hatten sie Mitleid. Nicht einmal diese hatten verdient, von Seelenlosen derart misshandelt zu werden.

Die beiden Kaldorei verstanden sich ohne Worte. Nur ein Blick hatte genügt, der Griff beider zu ihren schwingenartigen Waffen, deren Griff in der Mitte aus schimmernden, runenverzierten Stahl bestand, von dem in beide Richtungen geschwungene, scharfe Klingen ausgingen. Kampfbereit hatten sie abgewartet, und stürmten dann von zwei Seiten auf die Gruppe zu. Die Trolle, jähe Todesangst in den Augen, hatten sich zu Boden geworfen, wohl das Schlimmste erwartend. Die Seelenlosen bewegten sich langsam, wie ferngesteuert, setzten sich den beiden Kaldorei überraschend heftig zu wehr. Doch der Zorn der beiden Kaldorei brannte tief in ihnen, all die Trauer um das verschwendete Leben schien ihnen Kraft zu geben. Wie von Sinnen brachten sie einen nach dem anderen zu Fall. Um die lebendigen Toten daran zu hindern, trotz schwerer Wunden – wenn man es denn überhaupt so nennen konnte – wieder aufzustehen, trennten sie ihnen die Gliedmaßen ab. Ihre Waffen klirrten gegen die der Seelenlosen, Stahl schnitt durch totes Fleisch und schrammte an kahlen Knochen entlang. Als auch der letzte Tote zu Boden ging, gönnten die beiden sich keine Z eit. Araynsai sammelte geschwind am Boden liegende Äste, Zweige und Blätter, und entfachte ein Feuer. Die Trolle waren immer noch am Boden gelegen, hatten sich hingekauert, getrauten sich noch nicht einmal eine Flucht, wohl aus Furcht die Aufmerksamkeit der beiden Kaldorei auf sich zu ziehen. Schweiß rann den beiden von der Stirn, als sie alles, was von den Seelenlosen übrig geblieben war, ins Feuer warfen. Ein scharfer, beißender Geruch ging von dem brennenden Stapel aus.
Die Trolle!“. Ein Befehl, keine Frage oder Bitte. Ohne jegliche Regung zu zeigen, stand Araynsai auf, um zu den drei Gestalten zu gehen. Der Trollmann lag am Boden, fauchte und trat um sich, als sie zu ihm gehen wollte. Während sie sich darum bemühte, seinen Füßen und Armen auszuweichen, näherte sich ihre Gefährtin den zwei Frauen zu. Mit leiser, erstaunlich sanfter Stimme redete sie auf die beiden, die wie erstarrt vor ihr saßen. Für die Trolle mussten die beiden ein schrecklicher Anblick gewesen sein. Eine hochgewachsene, starke, und eine etwas klein geratene, aber erstaunlich athletische Nachtelfe, beide in schwerer Rüstung, der man die Mühe und Energie ansehen konnte, die die Schmiede aufwandt haben mussten, um sie herzustellen. Das lange blaue, bis zur Hüfte reichende Haar fiel der Kleineren in wilden Strähnen über die Schultern, während die Größere ihres in mehreren geflochtenen Strähnen zurückgebunden hatte. Die Gesichter ausdruckslos, weißlich silbern leuchtende Augen, deren Pupillen für die Trolle nicht sichtbar waren, Blut und Überreste der Seelenlosen verteilt auf bloßer Haut und Rüstung. Die Waffen triefend von einer gelblich-grünen Flüssigkeit, welche von den toten Wesen gespritzt war.

Sie hatten die Trolle mit sanfter Gewalt von ihren Fesseln befreit, und ihnen Verbandmaterialien, Verpflegung und kleinere Elixiere, die sie in ihren Lederbeuteln verstaut hatten, hingestellt. Nachdem es offensichtlich wurde, das sich beide Seiten weder verständigen noch verstehen wollten....gingen die beiden Kämpferinnen. Erst wenige Schritte waren sie fort gewesen, als sich hinter ihnen etwas regte. Ein markerschütternder Schrei. Ein Messer flog durch die Luft, bohrte sich in die Schulter der Kleineren Wache. Schmerz. Und Wut. Unendliche Wut. Kaum hatte sie sich umgedreht, den Dolch noch immer aus ihrem Rücken unterhalb des Schulterblattes ragend, musste sie mit ansehen, wie sich der Troll auf ihre Gefährtin stürzte, ihr einen gezackten Dolch in den Bauch rammte, sie mit seinem Gewicht auf den Boden presste. Die zwei Trollinnen knieten immer noch am Boden, die Augen vor Schrecken und Entsetzen geöffnet verfolgten sie die Szene mit.

Der Griff an die noch triefenden Waffen. Eine ruckartige kreisförmige Bewegung, die einen stechenden Schmerz in der Schulter auslöste. Ignoriere den Schmerz. Kämpfe. Siege. Den Kampfschrei, typisch für die Schildwachen der Festung ausstoßend stößt sie sich mit beiden Füßen vom Boden ab, die beiden Waffen mit ihren Händen in weiten Kreisen wirbelnd. Mit einem Satz landet sie auf vor den beiden, ihre Gefährtin, blutend und die Augen bereits sich verdunkelnd, der Troll, dessen riesige Hauer an den Enden spitzgefeilt sind. Mit der rechten Hand hält sie ein Waffe schützend vor sich, die linke holt zu einem Schlag aus. Verfehlt. Der Troll wirft sich zur Seite, lässt von der getroffenen Kaldorei ab, sie setzt ihm nach, holt ein weiteres Mal aus. Die Waffe, dreht sich in ihrer Hand, als hätte sie Jahrtausende nichts anderes gemacht, als wäre der Stahl ein Teil von ihr. Die Waffe zischt durch die Luft, das Keuchen des Trolls, fremdartige Worte, die die Trollinnen ihm – oder ihr? – zurufen, der beißende Gestank des Feuers, welches noch die Überreste der Seelenlosen verzehrt. Ein scharfer Schmerz zieht durch ihre Schulter, aber die Kaldorei bewegt sich immer noch mit tänzelnden, federleichten Bewegungen auf den Troll zu, ein Kriegslied, so alt wie ihre Geburtsstadt Suramar selbst, auf den Lippen. Sie holt noch einmal aus. Ein letztes Mal.



~ Vor zwei Menschenjahren, einige Tage später~
~ Ort: Kalimdor, Festung Feathermoon

Aufruhr in der Festung. Die Generälin läuft zusammen mit ein paar Wachen auf die blutüberströmte und offensichtlich ausgezehrte Gestalt zu, die sich im schnellen Lauftempo der Festung genähert hat. „Was bei Elune...“. Zu mehr kommt sie nicht. Die blauhaarige Kaldorei stolpert, lässt ihre Gefährtin, die nur noch ein paar Stofffetzen trägt, etwas zu schnell von den Schultern fallen. Stockend. „Schnell...Bauchverletztung, tief. Seit gestern nacht ohne Bewusstsein. Heiler.“ Mit geschulter Ruhe nehmen die Schildwachen ihre Arbeit auf. Zwei tragen die nur noch flach atmende Araynsai in das nächste Haus, weitere zwei stützen die inzwischen am Boden kniende Kaldorei. Sie reckt den Kopf, sieht Shandris entgegen. Mit trotz ihrer Erschöpfung ruhigen Stimme erstattet sie ihrer Kommandantin Bericht. „Seelenlose mit Trollgefangenen. In der Nähe des Ortes, an dem sich das Fischerdorf einmal befand. Haben die Toten verbrannt. Wurden von Troll angegriffen. Araynsai hat seit zwei Tagen keine Nahrung zu sich genommen.“ Hände, die sie stützen, das Klirren der Waffen, die sie notdürftig an den Gürtel gebunden hat. Langsam beginnt sich die Welt um sie herum zu drehen. Das Gesicht von Shandris verzerrt sich zu einem Schemen. Es wird dunkler, mit einer Hand will sie sich abstützen....das Gefühl aus dem Arm ist fort, sie hat keine Gewalt mehr über die rechte Seite ihres Oberkörpers. Sie vernimmt ein lautes Dröhnen, wird nur von helfenden Händen davon abgehalten, zu Boden zu fallen. Schwarz, alles ist schwarz um sie herum. Dann Stille...endlich Stille. Nur eine Stimme, die aus weiter Entfernung zu rufen scheint. „Rhada?
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